…was man so lernt…

…wenn man sich im Crosstrainer verheddert:

1. Dass ich unbedingt eine Spital-Zusatzversicherung für Einzelzimmeraufenthalte abschliessen muss. Mein grösster Horror war nicht, dass mein Fuss zertrümmert sein könnte oder dass mein Bein auf doppelten Umfang anschwillt und geöffnet werden müsste, um den Druck abzulassen, sondern dass ich auch nur eine einzige Nacht mit anderen, fremden, ekligen Menschen in einem Zimmer verbringen müsste.

2. Dass manche Menschen, die man für Freunde hielt, erstaunlich zurückhaltend damit sind, Hilfe anzubieten. Und dass wiederum einige andere absolut verlässlich sind und alle Pläne über den Haufen schmeissen, um zu helfen. Sucks, in gewisser Hinsicht, aber nun weiss ich es wenigstens. (Deswegen werde ich aus Zürich nicht wegziehen. Weil ich hier mindestens fünf Leute habe, die mir helfen. In Basel kein einziger.)

3. Dass Alleinsein mitunter doch auch Nachteile hat. Zum Beispiel den, dass ich… nun ja, allein bin. „Und wer kümmert sich jetzt um dich?“ „Äh. Die Person, die sich immer um mich kümmert? Ich mich selbst?“

4. Dass ich never ever wieder Krücken benutzen werde. Das war beinahe schlimmer als die eigentliche Verletzung. Lieber humpele ich wie ein angeschossener Albatros mit 5m/min durchs Leben, als dass ich mich nochmals selbst behindere mit diesen Stöcken. Unter normalen Umständen benutze ich nicht mal einen Regenschirm, weil es mich nervt, dass ich die Hände dann nicht frei habe. Krücken gehen schlicht gar nicht.

5. Dass Bahnfahren mit Krücken keine gute Idee war.

6. Dass der einzige fremde Mensch, der mir im Zürich HB half, ein nach Bier stinkender Obdachloser war. Er brachte mich zum Taxi und trug meine Tasche. Wenn ich halbwegs wieder Laufen kann, werde ich nochmals nach ihm suchen. Meinetwegen soll er sich für 200 Franken Bier kaufen, aber ich würde mich gerne bei ihm bedanken.

7. Dass ich nicht gut darin bin, ruhig im Bett zu liegen und nichts zu tun. Selbst lesen geht nur bedingt lang, weil ich immer einschlafe und es mir danach dann grauenhaft geht.

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