Close enough.

Neulich sass ich mit einem Mann im Restaurant, und dieser Mann und ich haben eine gewisse Vergangenheit miteinander. Keine grosse und auch keine glückliche, aber doch immerhin eine, die noch nicht ganz lange her ist.
Und jedenfalls war es ein Restaurant der gehobeneren Art, so eins, das Servietten mit Serviettenringen zusammenknebelt. Nach der Konsumation des Essens hielt er plötzlich meine Hand, und wir redeten. Nichts aufregendes, nichts bedeutsames, nichts, was die Berührung erklären würde. Gleichzeitig spielte der Herr mit einem der Serviettenringe herum, und steckte ihn mir plötzlich auf den Finger. Nicht auf den Daumen. Einen dünnen, goldenen Ring. Ich war unterschwellig leicht schockiert und schob den Ring unauffällig wieder runter. Er liess ihn ein Weilchen liegen, nahm ihn wieder auf, und steckte ihn mir nochmal auf den Finger.

Wir verliessen das Restaurant irgendwann wieder, und es war uns gelungen, die ganze Zeit nicht ein einziges Mal über unsere Vergangenheit zu sprechen, oder eine eventuelle Zukunft.
Er hatte mir nur eben zwei Mal einen goldenen „Ring“ an den Finger gesteckt.

Ich glaube, näher werde ich nie wieder an einen Heiratsantrag kommen.

(Und ja, ich überinterpertiere das. Aber, liebe Männer, tut so etwas nicht. Goldene Ringe auf Finger stecken ist eine Handlung, die eine Frau nur sehr schwer nicht überinterpretieren kann.)

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