The sound of music.

Wie ich hier schon mal erwähnt habe, höre ich dieses Jahr mehr Opern als bisher. (Was nicht schwierig ist, wenn man bei „nahe 0“ beginnt.)

Ich bin jetzt im dritten Monat meines „mehr Opern in 2013“-Vorsatzes, und nach Tannhäuser und Aida ist nun die Walküre dran. La Traviata hatte ich irgendwann vor x Jahren schon mal runtergeladen, und nun muss ich sagen, dass ich beim aktuellen Stand von 2:2 Wagner vs. Verdi deutlich zu Wagner tendiere. Mag daran liegen, dass ich ja im Allgemeinen auch dramatisch veranlagt bin.* (Andererseits sagt man doch den Italienern eher nach, dramatisch und emotional zu sein… nicht gerade den Deutschen. Herrje. Dieses Experiment wirft all meine Stereotypen über den Haufen.)

Na auf jeden Fall: Walküre ist besser als Tannhäuser, aber Tannhäuser ist besser als Aida.

Ich gestehe, meine musikalische Expertise ist nun doch sehr auf dem Level eines Facebook-Likes, aber das kann sich ja noch ändern. Es ist auch erst ein paar Jahre her, dass ich Bilder danach beurteilte, ob ich sie mir ins Wohnzimmer hängen würde. Dieses Kriterium habe ich in der Zwischenzeit dank Auseinandersetzung mit diversem „Kunst“ auch erweitert.

Nun bin ich lustigerweise auch noch bereit, mich noch mehr mit Musik zu befassen, die ausserhalb meiner Komfortzone spielt, Schweizer Radio sei Dank. Zum einen bin ich auf die Diskothek gestossen, in der ein Stück in fünf Versionen von zwei Musikern bewertet wird… also, das klingt jetzt komisch: Zwei Musiker und eine Moderatorin. Man hört fünf Versionen eines Stücks, ohne zu wissen, wer das spielt/singt/dirigiert. Man unterhält sich darüber, und nach der ersten Runde fliegen zwei Stücke raus, und dann hört man ein weiteres Stück aus dem Lied (oder der Oper) in der nächsten noch eines, und am Schluss bleibt eines übrig, das dann vollständig gespielt wird. Die Menschen da sagen so lustige Dinge wie „Das Vibrato war zu übertrieben, aber die Freude der zweiten Geige war klar spürbar“, und dann muss ich den mp3-Player zurückspulen und versuchen zu hören, wo sich die zweite Geige gefreut hat. Oder „Ich war wie in Trance von der Trauer der Takte 86 bis 122“, und dann schäme ich mich ein wenig, dass ich keine Takte zählen kann, geschweige denn höre oder in Trance gerate.

Aber das macht Spass, weil ich Dinge lerne, weil ich Musik höre, die ich sonst nie hören würde (dem verdanken Sie übrigens diesen Eintrag), und weil ich mich eben mit etwas beschäftige, was nicht gerade mein spontanes Lieblingsthema ist.

Und dann gibts noch eine andere Sendung, die ich manchmal höre, Musik der Welt, auch von Radio SRF**, in der man eine Stunde lang über Musik redet, die auch weit abseitig von hämmernden Beats und der „shake ya booty“-Musik ist, die ich sonst bevorzuge. Manchmal breche ich das auch entnervt ab, wenns mir zu blöd wird, und benutze als Gegengift eine ordentliche Dosis Britney Spears und David Guetta (Kommerz! Kommerz!), aber wie ich schon sagte (und das durchaus ernst meinte) – ich mache das vor allem, um mich mit etwas zu befassen, das mir nicht nahe liegt.

(Einen der längsten Email-Austausche überhaupt habe ich übrigens mit jemandem, mit dem ich mir Musik hin und her schicke. Sonntagsmusik haben wir das mal genannt. Er schickt mir Musik, die ebenfalls abseitig von meinem Geschmack ist, und ich schicke ihm zum Dank schlimmen Kommerzpop oder abgenudelte Lovesongs, Hauptkriterium meiner Auswahl dabei stets, dass mich das Lied gerade beschäftigt.)

 

*Ach komm, tun Sie nicht so – als wäre Ihnen das noch nicht aufgefallen!

**Irgendwann schreibe ich mal ein Loblied auf das Schweizer Radio (SRF), das mein Leben  wirklich bereichert.

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