crazy old dog lady.

65 Zuschriften bei dem Onlinepartnerdings, und davon waren zwei brauchbar. Beide hab ich verjagt. Den einen mit dem Blog, den anderen mit… mit mir, anscheinend.
Eine Weile hab ich das Profil ruhen lassen, jetzt lese ich immerhin wieder die Nachrichten und wende mich irritiert bis angewidert ab. Ich sortiere alle Männer aus, die entweder nur Standardvorlagen als Gruss schicken („Ich finde Ihr Profil interessant. Wir haben ähnliche Interessen. Ich möchte Sie näher kennenlernen!“), offensichtlich auf ein Visum aus sind („I am Saleb from Egypt. I never have go to Germany. I want to live there. Please write me.“) oder Fotos mit Bier im Profil haben. Die Chance, dass ich mit jemandem was anfangen kann, der es für angemessen hält, sich auf einem von drei Bildern mit zwei Weizenbieren und einem betrunkenen Grinsen zu präsentieren, sind null.

Und nachdem ich mal ehrliche Kriterien eingetragen habe, um mir Vorschläge machen zu lassen, blieben mir neun Männer. Neun. In der ganzen Schweiz. Jetzt denken Sie, dass ich völlig ausgeflippte Kriterien habe… und ja, vielleicht habe ich die. Ein gewisser Altersrange (wenn ich mich mit jemandem unterhalten möchte, der so alt ist wie mein Vater… dann red ich mit meinem Vater), studiert, will keine Kinder.
Letzteres scheint der Killer zu sein.

Und anscheinend interessiert die meisten Männer, die mir schreiben, mein Eintrag „Ich möchte keine Kinder“ nicht. Aber wundert mich nicht – im realen Leben werde ich auch regelmässig mit dem verbalen Äquivalent eines väterlichen Kopftätschelns bedacht, wenn der Satz fällt „Ach, du bist noch jung, das überlegst du dir noch!“
Erstens bin ich auch nicht mehr so jung, und wenn ich mit bald 30 immer noch mehr Muttergefühle für Welpen als für Babies habe, sollte das ein Zeichen sein. Wenn es um Biologie und Hormone geht, müsste ich seit etwa fünf Jahren meine Meinung geändert haben. Zweitens habe ich mir das sehr genau überlegt. Ich werde keine Kinder bekommen. Punkt. Und wenn die Nebenwirkungen einer Sterilisation nicht so gravierend wären, würde ich das machen. Nur um endlich deutlich zu machen, dass ich diese Aussage ernst meine.
Ehrlich gesagt macht mich das wütend. Wirklich wütend.

Aber eigentlich wollte ich über dieses Partnerdings schreiben. Oder darüber, dass das auch nicht brauchbarer ist als das reale Leben.
Vielleicht sollte ich endlich aufgeben und mir vier bis acht Rottweiler zulegen, um sowas wie „crazy old cat lady“ zu werden, nur eben mit Hunden. Und wenn ich sterbe, wundern sich die Nachbarn gar nicht über den Geruch, weil die Hunde mich schneller fressen, als es zu stinken anfängt. Voll praktisch.

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Eine Antwort zu crazy old dog lady.

  1. doppelfish schreibt:

    Vielleicht kann man an dem Profil noch ein wenig feilen, damit Du die richtige Zielgruppe erreichst. Wie ist das, das Hobby „Lange Spaziergänge mit meinen (aktuell) drei Hunden“ steht doch ganz oben?

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