En Gedi, oder Wie ich versehentlich Masada besuchte.

Ich bin manchmal ein bisschen verpeilt bis ahnungslos, aber im Allgemeinen komme ich immer schadfrei aus den versehentlich erlebten Abenteuern raus. Und hey, immerhin erlebe ich sowas wie Abenteuer (so viel Abenteuer, wie man halt heutzutage noch erleben kann, wenn man nicht gerade die Höhlen von Tora-Bora oder die Feinheiten nordkoreanischer Monumentalarchitektur sehen möchte).
Dieses Mal bin ich versehentlich in Masada gelandet, Uno-Weltkulturerbe und auch sonst recht sehenswert – nur halt arg ungeplant. Der Plan sah eigentlich folgendes vor: Mit dem ersten Bus von Jerusalem nach En Gedi am Toten Meer, dort die Oase Nahal (oder so) bewandern und irgendwann wieder zurück.
Bus fahren klappte einwandfrei, aber dann sagte der Busfahrer bei jedem Halt beiläufig „En Gedi – somethingsomething.“ Es gab also mehr als einen Halt, um nach En Gedi zu kommen. Ich hatte keine Ahnung, an welchem ich rauswollte, aber ich dachte, ich sei auf der sicheren Seite, wenn ich mich an die Horden Touristen mit grossen Rucksäcken hielt, die alle sehr zielsicher wirkten. Gesagt, getan. Wir fuhren an En Gedi Youth Hostel vorbei, En Gedi Beach, En Gedi Nahal, En Gedi Kibbuzzim, En Gedi Spa… und niemand stand auf. Aha. Hm. Doof.
Und dann war vorbei mit En Gedi, stattdessen kam „Masada“, und alle verliessen den Bus. Ich auch. Ich stand also leicht verloren am Fusse eines Berges mitten in der Wüste und es war mir zu peinlich, den Reiseführer rauszuholen und erstmal nachzulesen, wo ich überhaupt gelandet war.

20131128-082843.jpg
Aber der kleine Ausflug mangels guter Planung erwies sich als durchaus sehenswert – tolle Aussicht, beeindruckende Ruinen. Störend allerdings die Gruppen israelischer und amerikanischer Herkunft, die anscheinend religiöse Erleuchtungen durchmachten und laut singend über das Plateau wanderten.

20131128-082933.jpg

20131128-082942.jpg

20131128-082955.jpg

20131128-083008.jpg

Um nicht mit einer solchen Horde die fünfminütige Seilbahnfahrt zurück nach unten machen zu müssen, nahm ich den „Snake’s Path“. Für den Aufstieg stand im inzwischen konsultierten Reiseführer „1 Stunde, anstrengend“. Der Abstieg dauerte 35 Minuten, und mir zittern die Beine immer noch…aber tolle Aussicht, sehr lohnenswert!

20131128-083103.jpg

20131128-083118.jpg

20131128-083132.jpg

20131128-083144.jpg

Beim nächsten Versuch, En Gedi zu finden, bin ich am En Gedi Spa ausgestiegen. Auch falsch. Anscheinend wollte ich nach En Gedi Beach.

20131128-083222.jpg

20131128-083238.jpg

20131128-083246.jpg

Und da habe ich mich dann von einer ebenfalls religiös erleuchteten Jugendgruppe erschrecken lassen.
Erleuchtung und Gotteserfahrung in allen Ehren, aber warum dauernd dabei singen, verdammt??
Zugegeben, dank Tel Aviver Mücken habe ich so viele aufgekratzte Stellen am ganzen Körper, dass ich vermutlich ohnehin schreiend aus dem Salzwasser wieder rausgesprungen wäre (vgl. Redewendung „Salz in eine offene Wunde streuen“) – ein kurzer Test mit drei Fingern ergab an zwei Fingern offene Stellen, die mir noch gar nicht aufgefallen waren. Naja, komm ich halt wieder und plansche beim nächsten Mal. Ohne singende Jugendgruppen und ohne offene Wunden.

Aber schön war es.

20131128-083326.jpg

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter On the road. veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu En Gedi, oder Wie ich versehentlich Masada besuchte.

  1. andiherten schreibt:

    Spannend, deine Irrreise!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s