Die garstigen alten Damen von Israel.

Es gibt hier einen bestimmten Typus Frau, den ich sowohl bedrohlich als auch zum Schreien komisch finde.
Ich nenne sie „die garstigen Damen von Israel“ – es sind stets ältere Damen, die für ihr Alter zu übertrieben geschminkt sind (sprich: Lippenstift, der in Mundfalten verschwindet), und die mit einem falsch verstandenen Selbstbewusstsein durchs Leben pflügen, dass einem Angst und Bange werden kann.
Da wird keine Rücksicht genommen auf irgendwas, sie keifen beim Bäcker solange rum, bis sogar der professionell-höfliche Mann hinterm Tresen die Schnauze voll hat und laut wird, im Mahane Yehuda fuchteln sie wild rum, dass es ein Wunder ist, dass es keine Verletzte gibt, weil an ihren Armen Chanel-Taschen hängen. Ihre Mundwinkel werden Merkel-gleich von grimmigen Falten nach unten gezogen, und man fragt sich, ob sie jemals freundlich dreinschauen können.
Manchmal haben sie einen (Ehe-)Mann im Schlepptau, der das israelische Äquivalent zum muslimischen „Die Frau geht drei Schritte hinter dem Mann“ macht – er trottet ein paar Meter hinter seiner garstigen Dame her, die Hände hinterm Rücken verschränkt, den Kopf leicht gesenkt, ab und zu nickt er zu einem gekeiften Kommentar. Schicksalsergeben. „In’shallah,“ möchte man leise murmeln, „so Gott will“, scheint die Haltung zu sagen.
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