1914.

100 jahre erster weltkrieg, aha, naja, na und?
dann fiel mir auf, dass ich eigentlich nichts über den ersten weltkrieg weiss – trotz geschichte-lk im abitur und viel interesse an historie und geschichte.
also gut, ich wusste, dass es den ersten gegeben hatte, sonst hätte es ja keinen zweiten weltkrieg geben können – schlacht von verdun sagte mir grob etwas – russische revolution, da war was… 1918 zu ende.

also ernannte ich 2014 zu „meinem“ jahr des ersten weltkriegs – seitdem lese ich viel darüber und besuche jede ausstellung dazu, die des weges kommt.
zuerst las ich „the sleepwalkers“ von christopher clark, das die jahre vor 1914 nachzeichnet; jetzt bin ich gerade an „nacht über europa“, einer kulturgeschichtlichen betrachtung. gestern abend habe ich mein „KUNST des 20. jahrhunderts“ vorgenommen, um ein paar bilder aus dieser zeit anzuschauen. nach spuren des krieges zu suchen.
ich war in der aktuellen blauer reiter/franz marc/kunst in frankreich und deutschland vor 1914-ausstellung im kunsthaus zürich (sponsored by The Boston Consulting Group, fragen Sie nicht!), und am samstag in der 1900-1914-ausstellung im landesmuseum. (die war übrigens nur so mittel. mich nerven ja eh ausstellungen, wo man nicht weiss, in welche richtung man laufen soll; und für meinen geschmack war das zu wenig… zu wenig zeug, zu wenig information, zu wenig lebensgefühl dieser zeit. nur den bomben-gang am ende habe ich ausgelassen, weil ich ja ein lärmempfindliches hasi bin. das war eine ausstellung zum konsumieren: bloss nicht zu viel lesen, bloss nicht zuviel information vermitteln wollen. interessiert ja eh keinen, nech?)
und an ostern gehe ich mit dem kollegen tote franzosen gucken, dh. wir fahren nach verdun und wandern über die schlachtfelder. ich bin gespannt, die bilder sind jedenfalls vielversprechend. wünschen sie uns bitte gutes wetter!
fazit: eine faszinierende zeit, und in deutschland definitiv nicht ausreichend bekannt/behandelt (naja, kein wunder, der zweite überdeckt das alles ja doch sehr, auch wenn der erste weltkrieg nicht minder grausam und schrechlich war.)
und ich sagte ja schon: geschichte leistungskurs im abitur, und trotzdem ist mir die epoche nahezu völlig fremd. denn zwar streiften wir den vertrag von versailles 1918 als ausgangspunkt des zweiten weltkrieges, aber wie es eigentlich dazu kam, wer was gemacht oder auch nicht gemacht hat, warum bosnien und serbien so immens wichtig waren in dieser zeit, dass die gesellschaft sich rasend schnell veränderte, all das wusste ich anfang diesen jahres noch nicht.
schade.
zumal ich nicht nur im geschichtskurs die möglichkeit gehabt hätte, dem zu begegnen, sondern mindestens auch im kunstunterricht (george grosz, anyone? otto dix? august macke? franz marc? die dadaisten? na? NA?), und erst recht im deutsch-lk. denn wie kann es sein, dass wir „grodek“ von trakl lesen, ohne uns damit auseinanderzusetzen, wie dieses gedicht eingeordnet wird?
rückblickend: die schule war vielleicht gut darin, in einzelnen bereichen ihre themen zu vermitteln, aber eine übergreifende herangehensweise, eine umfassende betrachtung einer epoche gab es nicht.

nun, dann hole ich das jetzt eben nach. und habe mir am wochenende auch noch „also sprach zarathustra“ runtergeladen (0 euro, danke amazon!). nietzsche. ich lese philosophen. herrschaftszeiten, was ist nur aus mir geworden. (donnerstag von 10 bis 11.40 Uhr war philosophie-kurs, oder wie ich es nannte: „schlafenszeit“)
denn zwar liegen noch drei weitere bücher auf dem stapfel (herfried münkler, der grosse krieg; philipp blom, the vertigo years; charles emmerson, 1913 the world before the great war), aber inzwischen reizt es mich auch, originalliteratur aus dieser zeit zu lesen, oder werke (wie eben zarathustra), die das denken in dieser zeit beeinflussten.
und nach verdun ist ein ausflug nach stuttgart geplant, wo es auch eine ausstellung dazu gibt.
(wahrscheinlich bin ich ende des jahres dann auch ein kriegszitterer.)

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