I <3 A380. Und sonst nicht so viel.

Nach einem sehr entspannten Flug in der A380 (thx, Lufthansa, für ne komplett leere Reihe für mich, wieder einmal hat es sich gelohnt, in der letzten Reihe zu sitzen; funktioniert fast immer) nur fast drei Stunden in der Immigration gestanden (thx, EU, für das Schengen Abkommen) und kurzzeitig gefühlt, als würde ich krank werden.
War dann aber doch nur meine Abneigung gegen Menschen. So Ansammlungen von Menschen fördern bei mir immer das Gefühl zutage, dass ich alle anschreien will, dass sie nicht so viel dummes Zeug labern sollen.
Das komplette Konzept ist mir unbegreiflich: Da stehen also Menschen mit anderen Menschen, deren Gesellschaft sie freiwillig gewählt haben, haben nichts zu tun und reden drei Stunden lang über belanglosen Scheiss.

Wenn ich so viel ungenutzte Zeit mit Menschen, die ich mag, hätte, würde ich mit denen doch nicht darüber reden, dass das Absperrband an einer Stelle kaputt ist, oder dass viele Amerikaner dick sind, oder dass das alles ziemlich chaotisch ist…na gut, vielleicht doch, aber wenn man das durch hat (also nach 47 Sekunden), würde ich über andere Sachen reden wollen. Über Bücher, Ausstellungen, über Kunst und Medientheorie, über die Umsetzbarkeit eines Konzepts bei der Arbeit oder die Finessen der Anwendung von Strategietools…oderoderoder.

Früher dachte ich, das sei der Situation geschuldet, in der ich der Konversation anderer Menschen beiwohnte – im Fitnessstudio muss man ja nicht gerade die Finanzkrise, die konzeptionelle Entwicklung des Feminismus im 20. Jahrhundert oder Ideen zum Ende der Armut austauschen.
Erst viel später wurde mir klar, dass die meisten Menschen diese Dinge nie diskutieren, und von diesem Schock habe ich mich, ehrlicherweise, bis heute nicht erholt.

Fast noch abstruser erscheint mir aber übrigens das, was die anderen allein Reisenden machen…nämlich nix. Stehen rum, gucken Löcher in die Luft, und bewegen sich, wenn die Schlange sich bewegt.
Hätten sie wenigstens ihr Telefon in der Hand, würde ich mir einreden, dass sie lesen oder wenigstens kommunizieren; hätten sie Stöpsel in den Ohren, würde ich denken, sie hörten Podcasts oder Vorlesungen.
Aber NICHTS? Drei Stunden lang?
(Na vielleicht entwickeln sie ja im Kopf gerade Ideen gegen die Armut in der Welt, das kann ich natürlich nicht sehen. Bestimmt tun sie das. Eine andere Erklärung bleibt mir nicht.)

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Eine Antwort zu I <3 A380. Und sonst nicht so viel.

  1. doppelfish schreibt:

    Ist mir auch unverständlich, warum man so viel wertvolle Zeit – und vor allem die gegenseitige Aufmerksamkeit – damit vertun kann, über belangloses zu reden. Gut, man nennt es „Smalltalk“, und er hat auch seinen Platz – man lernt sich kennen, man bekommt ein Gefühl für den oder die anderen Menschen. Aber irgendwann möchte man doch was anderes Sinnvolles mit dem Gespräch erreichen. Schon komisch.

    Und wenn ich alleine bin – naja, die Armut, ja. Oder natürlich die Weltherrschaft.

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