New York, New York.

Ich mag New York sehr, und eine der grossartigsten Sachen ist, dass ich überall hin laufen kann. Ich bin auch in Istanbul, Tel Aviv, Jerusalem, Paris gelaufen, aber hier ist es besonders toll, weil sehr viele Menschen (gefühlt alle Nicht-Touris) sich in meiner Geschwindigkeit fortbewegen und es sozial akzeptiert ist, langsame Menschen giftig anzuzischen.
Ausserdem ist New York die erste Stadt, in der nicht mal ich mich verlaufen kann (also jedenfalls solange ich in dem Teil der Stadt bleibe, den man zählen kann), und im Moment bin ich dabei, eine Masseinheit für meine Geschwindigkeit zu entwickeln. Grob würde ich im Moment schätzen, dass ich für 10 Blocks Nord/Süd etwa 10-11 Minuten brauche, ohne mich unnütz zu beeilen.

Heute zum Beispiel bin ich von der 62nd Street East / Madison Avenue, wo ich wohne, bis zur 103. East / 5th Av. gelaufen, um das Museum of the City of New York zu besuchen. Ich wusste nur ganz grob etwas über die Stadtgeschichte, warum also diesen Urlaub nicht damit beginnen, mich ein bisschen zu erhellen.

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Und siehe da, ich habe sehr viel gelernt – nicht nur über die Geschichte der Stadt, sondern auch über Graffitti als Kunst, die sogenannte „Gilded Era“ in der New Yorker Geschichte, die Zeit von 1860-1900, über die ich gar nichts wusste, und über eine bestimmte Bauweise, in der ein einziger Architekt aus Spanien zwischen 1885 und 1935 (grob) diverse Gebäude in Manhattan errichtete.

Ich habe Graffitti nie als Kunstform betrachtet, oder nicht als Kunst im Sinne eines Monet, eines Rembrandt oder auch eines Basquiat. Was, wenn man es aber mal betrachtet, ein Fehler ist, weil es sich tatsächlich um eine Kunstbewegung gehandelt hat, die von New York ausgehend eine bestimmte Ästhetik der 70er und 80er Jahre geprägt hat.

Im dritten Stock, in einer vom Nobeljuwelier* Tiffany’s gesponsorten Ausstellung über die Zeit der grossen Bälle und reichen Industriellen Ende des 19. Jahrhunderts musste ich mir eingestehen, dass ich peinlich wenig über amerikanische Geschichte weiss.
Der Name Vanderbilt ist mir primär aus Gossip Girl bekannt gewesen, und Astor habe ich mit Lippenstift in Verbindung gebracht. Nun ja. Knapp daneben. Wenngleich Gossip Girl in dieser Zeit auch ihren Spass gehabt hätte, und Lippenstift auf all den Bällen und Empfängen sicher nützlich war!

Jedenfalls, guter Besuch in einem guten Museum, das anscheinend immer wechselnde Ausstellungen zeigt – nur der Film über die Stadtgeschichte ist wohl immer zu sehen.

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*Kann ein Juwelier eigentlich überhaupt nicht nobel sein?

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