moma 3.

ich weiss noch nicht, ob ich es nun gut oder schlecht finde, dass anscheinend neuerdings mehr menschen ins museum gehen, oder jedenfalls kommt es mir so vor.
zuletzt war ich im musee d’orsay und habe krampfhaft versucht, luft zu bekommen und nicht von all den touristen umgebolzt zu werden, die sich auf van gogh stürzten… und auch das moma ist mindestens in den ersten räumen in der nähe der rolltreppen beeindruckend voll und laut.

je weiter ich allerdings reinlaufe, umso leerer wird es – anscheinend sind doch nicht alle besucher so begeistert, dass sie mehr als zwei oder drei räume ertragen.

und das ist eben das, was ich schlecht-gut finde.
schlecht, weil da menschen ins museum gehen, die eigentlich keine ahnung und auch kein echtes interesse an der ausgestellten kunst haben, sondern nur hingehen, weil sie halt jetzt in new york sind und man das moma und das met gesehen haben muss. steht ja so im reiseführer!
also gehen sie, verstopfen die eingänge und machen lange schlangen und atmen*, machen ein selfie von sich vor monets seerosenteich und posten es auf facebook, als beweis für die uninteressierte welt, dass sie kulturell interessiert sind und auch sonst gute menschen.

gut, weil vielleicht ein paar davon aus wirklichem interesse hingehen, wirklich bereit sind, sich darauf einzulassen, oder vielleicht da zum ersten mal die auseinandersetzung mit kunst beginnen.
und das will ich ja niemandem verwehren, im gegenteil, ich würde ja auch davon profitieren, wenn mehr menschen ahnung von kunst hätten – dann hätte ich mehr menschen, mit denen ich mich darüber unterhalten könnte.

ich habe also noch kein finales urteil gefällt, ob ich diese art von „hey guys, I’m totally, like, in the MoMA right now, and it’s, like, totally awesome!“ verurteile oder begrüsse.
geben sie mir zeit, es fällt mir ja sonst nicht schwer, eine meinung zu etwas zu haben.

*ich neige ja manchmal dazu, mich innerlich über die pure existenz von menschen aufzuregen, und dann atmen die auch noch, herrschaftszeiten! im museum ist es wenigstens endlich mal ein angemessener grund zum aufregen, schliesslich ist die feuchtigkeit der atemluft für bilder und skulpturen durchaus wirklich gefährlich.

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