ein museum am tag.

ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr mich museumsbesuche erschöpfen, seit ich nicht mehr im stechschritt durchmarschiere, sondern das ganze als bildungsangelegenheit betrachte.
das vernetzen von bestehendem mit neuem wissen ist anscheinend tatsächlich anstrengend.

so zum beispiel das solomon r. guggenheim museum mit der ausstellung zum italienischen futurismus 1909 – 1944.

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da ist aber schon das museum an sich anstrengend, da man auf einer spirale innen hochläuft, die nach innen offen ist. dh., es ist unfassbar laut (für ein museum jedenfalls, und zu laut für mich).
ohne andere besucher wäre das wirklich besser gewesen, aber allein die ausstellung war faszinierend.
gut, dass ich im zuge meiner erster-weltkrieg-bildung auch über die italienische kunstbewegung des futurismus gelesen hatte, in der man – rückblickend, natürlich – schon die ersten züge des faschismus sehen kann. die ausstellung bewegte sich halbwegs chronologisch entlang der manifeste der beteiligten künstler, und bezog sich immer wieder auf politische und gesellschaftliche entwicklungen, u.a. am anfang stark geprägt durch den krieg.

jedenfalls: höchst anstrengend, und obwohl ich danach noch ein anderes museum geplant hatte, hatte ich keine lust mehr. musste das gesehene erstmal verarbeiten.

einen tag später dann zweite runde moma, die ich unterbrechen musste, weil ich plötzlich das gefühl hatte, die ausstellung um eine performance art erweitern zu müssen. titel wäre gewesen: „besucherin, sich neben minimalistische kunstwerke übergebend.“

und gestern dann noch die neue galerie for german and austrian art, die eine ausstellung „degenerate art“ zeigte – ein remake der 1937er-nazi-ausstellung in münchen, wenn man so will.
auch nicht gerade einfache kost, und das museum ist winzig und war für meinen geschmack deutlich zu voll – einerseits an bildern (das aber in anspielung an die ausstellung der nazis, die bis heute als die meistgesehenste ausstellung aller zeiten gilt, mit über drei millionen besuchern in deutschland und österreich), andererseits an menschen.
aber immerhin hatte ich hier zum ersten mal das gefühl, das seien menschen, die ernsthaft an der ausgestellten kunst interessiert waren, und nicht im museum waren, weil das so im reiseführer steht.

apropos, ich bin dann jetzt mal im met(ropolitan museum of art). ist das zweiteinzige wichtige museum hier, das ich noch nicht besucht habe.
(das einzige ist die whitney gallery of american art – die hat so dermassen seltsame öffnungszeiten, dass ich zu pissig bin, um dorthin zu gehen. mo/di geschlossen, 11-16 uhr, freitag 13-17 uhr… wie so ne behörde.)

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