„Wir müssen reden.“

Nur weil man keinen Partner hat, heisst das nicht, dass man nicht gewisse Kommunikationsbedürfnisse hat.

Ich zum Beispiel würde gern ab und zu jemandem erzählen, wenn ich ein gutes Buch (Catch-22!) gelesen habe, oder wenn bei der Arbeit etwas tolles oder etwas doofes passiert ist. Ich würde gerne jemandem erzählen, wenn ich mich über einen neuen Podcast freue, den ich gefunden habe, oder mich darüber aufregen, dass die Ampelschaltungen in Zürich scheisse sind.

Und dann würde ich schon manchmal gern jemandem die emotionalen Dinge erzählen, die gelegentlich auftauchen und behandelt werden müssen.
Aber da ist niemand.

Ich habe mir in den letzten sieben Jahren meine verschiedenen Varianten gesucht. Es geht da ja – primär – erstmal um das „Output-Bedürfnis“, und erst dann darum, Input zu bekommen.
Deshalb gibt es diesen Blog, deswegen wird der Vater ab und an mit Geschichten von der Arbeit belästigt, und die Schwester und einige Freund/Innen tragen die Hauptlast der emotionalen Ergüsse.
Bücher empfehle ich dem Kollegen oder dem ein oder anderen Emailmenschen*, oder ich schicke den Eltern heimlich Pakete von Amazon, damit sie mit Lesestoff versorgt sind.

Nur weil niemand da ist, heisst das nicht, dass man nicht reden wollen würde. Es ist halt nur ein bisschen schwieriger.

*Bezeichnung für Menschen, die ich meist nur aus/übers Internet kenne und mit denen ich nahezu ausschliesslich via Email kommuniziere.

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