freundesdienst.

„das geheule des westens nervt. verdammte journalisten!“ sagte bashar al-assad.
„ich kümmere mich drum“, sagte putin und annexierte die krim.

herrschaftszeiten, im moment macht zeitunglesen nur bedingt spass. ukraine, syrien, ebola-ausbruch in westafrika, isis im irak, drohnen in deutschland, „bleibt uns vom hals“-gesetzgebung in der schweiz, verhaftungen in hongkong, morde und vergeltungsschläge in israel, flüchtlingsboote ohne ende im mittelmeer…
können wir da mal kurz drüber reden?

hörte und las heute von ärzten, die versuchen, den ebola-ausbruch einzudämmen. und das wohl nur bedingt altruistisch, denn angesichts der flüchtlingsboote im mittelmeer kann es eigentlich nur eine frage der zeit sein, bis irgendeiner von denen ebolaträger ist und das nach europa bringt…die ärzte in westafrika jedenfalls werden angegriffen und bedroht, teile der bevölkerung unterstellen ihnen, das virus selber verbreitet zu haben. als arzt würde ich wohl meine sachen packen und nach hause fliegen – wer nicht will, der hat schon. aber wie gesagt, da sind ja noch die flüchtlinge, die es nach europa bringen könnten.

bezüglich israel/palästina frage ich mich die ganze zeit, warum die drei teenager überhaupt auf palästinensischem territorium unterwegs waren. abenteuerlust? leichtsinn? oder waren das militante siedler, die im sinne ihrer politisch-religiösen gesinnung irgendeinen scheiss angerichtet haben? und natürlich impliziere ich damit, dass sie selber schuld seien an ihrem tod. ja, sind sie vielleicht – macht es unter menschlichen aspekten nicht weniger schrecklich, dass sie ermordet wurden.
nur: wie kann es sein, dass ein staat einen halben krieg anfängt – wegen des leichtsinns von teenagern?

und in letzter zeit merke ich, wie nah mir das schicksal der bootsflüchtlinge im mittelmeer geht. nicht so sehr wegen der vielen toten (ja, ich bin ein arschloch und menschsein ist nicht mein grösstes talent), sondern weil ich den mut dieser flüchtlinge bewundere. ich habe angefangen, immigranten mit anderen augen zu betrachten – wieviel mut es braucht, wieviel kraft und ausdauer, wieviel durchhaltevermögen und frustrationstoleranz, um in ein fremdes land zu gehen, dessen sprache fremd ist, dessen kultur und implizite soziale regeln unbekannt sind.
die meisten menschen, die ich kenne, könnten das nicht. sie würden niemals auf die idee kommen, ihr bequemes leben hinter sich zu lassen.

einzig die vernichtung der syrischen chemiewaffen fühlt sich halbwegs richtig an.
man bedenke: ein dänisches und ein norwegisches schiff fahren nach syrien, nehmen die kampfstoffe auf, fahren in einen italienischen hafen, verladen das zeug auf ein amerikanisches schiff, das von einer deutschen fregatte begleitet wird, und die verbleibenden rückstände werden in finnland, grossbritannien und deutschland als sondermüll vernichtet.
so, ihr lieben, sieht effiziente logistik aus, und so funktioniert internationale zusammenarbeit.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Gehört., Gelesen. veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s