#yesallwomen

Wenn Sie #yesallwomen und #aufschrei nicht kennen, googlen Sie es.
Sollte man kennen, wenn man kein komplettes chauvinistisches Arschloch sein will.

Apropos chauvinistisch – ich führte vor einigen Wochen (vielleicht waren es auch Monate) einen interessanten Dialog, den ich mir nicht mal hätte ausdenken können, wenn ich mir Mühe gegeben hätte.

Der Herr, ein wirklich netter Kerl, fand, wenn schon keine Beziehung, so könnten wir doch wenigstens eine Affäre haben.
Ich war nicht mal abgeneigt, denn meine Originalaffäre ist ja derart beschäftigt, dass ich ihn kaum sehe.

Nun, so entspann sich also folgende, primär via Whatsapp geführte Unterhaltung*:
Er so: Naja, logisch ist das nicht. Du hast ja kein generelles Problem mit Sex (sonst hättest du keine Affäre), aber dann verstehe ich nicht, was dagegen spricht, mit mir Sex zu haben.
Übersetzen wir das mal: Du vögelst einen Mann, also kannst du jeden anderen Mann doch auch vögeln! (Äh. Nö. Immer noch meine Entscheidung, oder?)

Ich so: Doch, ich habe ein generelles Problem mit Sex. Ich bin irgendwo zwischen „Zeitverschwendung“ und „deutlich unangenehm für mich“, und die Affäre ist eine Ausnahme. [Es folgte eine etwas längliche Erklärung, wie die Details und Umstände dazu sind. Hier unwichtig.]

Er so: Wir könnten uns doch langsam rantasten! Ich nehme mal an, unter Rantasten fällt auch Fummeln und Blowjob, so weit waren wir ja schon…
Was das für mich heisst: Also, wenn schon kein Sex, dann kannst du mir ja ruhig einen blasen! Hauptsache, ich werde befriedigt. (Äh. Nö. Reden wir doch mal über meine Bedürfnisse…)

Er so: Ich will doch auch nur mal wieder einfachen und unkomplizierten Sex haben!

Ich so: Einfach & unkompliziert gibt es bei mir nicht. Punkt. Ausserdem wäre mir echt lieb, wenn ich nicht die einzige Person bin, bei der du dir das holst!
Was ich sagen wollte: Such dir jemanden anderes. Ich bin im Bett zu kompliziert für dich.

Er so: [yadayadayada]

Ich so: Wir werden keinen Sex haben.
Da steht, dass ich es ausschliesse, mit ihm ins Bett zu gehen. Das ist so gemeint, wie es da steht.

Er so: Warum nicht?
Legitime Frage, auch wenn es mir grundsätzlich freisteht, ohne explizite Begründung Sex mit jemandem abzulehnen. Wenn ich das bei jedem Mann tun müsste, der findet, er sei ein geeigneter Kopulationspartner für mich, hätte ich doch recht viel zu tun. Und müsste recht oft unhöflich sein.

Ich so: Weil ich nicht will.
Was ich damit sagen will: WEIL ICH NICHT WILL. Ich will keinen Sex mit dir. Und dir auch keinen Blowjob geben.

Er so: Aber das ist doch kein Grund!

Wenn Sie doch bitte kurz eine Schweigeminute einlegen würden, für mein soeben verlorenes Recht, selbstständig über die Benutzung meines Körpers zu entscheiden.

(Und an dieser Stelle wollen Sie nicht wissen, mit wievielen Männern ich Sex hatte, weil ich mich nicht getraut habe, diese Diskussion auszufechten. Weil ich es zu anstrengend fand, weil ich zu höflich bin, weil der Kerl mir irgendwie leid tat. Ja, ich hatte Mitleidssex. Und nicht gerade wenig.)

*Es handelt sich nicht um eine wörtliche Reproduktion, sondern an gewissen Stellen um eine Zusammenfassung. Das geschilderte ist *meine* Sicht der Dinge; das, was bei mir angekommen ist.

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