Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, 11.2015

Wild, von Cheryl Strayed. Ich habe mir das Buch primär gekauft, weil ich bereits Tiny Beautiful Things von ihr gelesen hatte und sehr viel aus diesem Buch mitgenommen habe. (Buch trifft es dabei nicht so recht, denn es handelt sich um eine Sammlung ihrer damals anonymen Ratgeberkolumnen Dear Sugar.) Wild ist ihre Autobiographie, in der sie erzählt, wie sie drei Monate lang durch die Wildnis der Westküste Amerikas wandert, und ihr Weg dorthin, mit Krankheiten, Scheidung, Tod, Betrug, Heroin und einigem mehr. Ich habe das Buch zuerst beiseite gelegt, weil ich die Emotionen darin nicht ertragen habe, und das, was es mit mir macht. So viel Verzweiflung, so viel Einsamkeit. Aber als ich den Mut hatte, es wieder anzufangen, hat es mich ziemlich gefangen genommen.
Im Anschluss habe ich noch schnell Brave Enough runtergeladen, aber das ist mehr oder weniger eine Zitatsammlung, mehr oder weniger inspirierend. Kann man sich sparen.

The Bang Bang Club: Snapshots from a Hidden War, von Greg Marinovich und Joao Silva. Das Buch erzählt die (wahre & inzwischen verfilmte) Geschichte von einer Bande junger Reportage-Fotografen im Südafrika der Transformation zwischen 1990 und 1994 (Entlassung Mandelas aus dem Gefängnis bis zu den ersten demokratischen Wahlen). Greg, Joao, Ken und Kevin sind der harte Kern von jungen Fotografen, die wagemutig (und mehr als einmal waghalsig) in die Townships gehen, und den dort tobenden Krieg zwischen Zulus und anderen südafrikanischen Volksgruppen und dem Regime dokumentieren. Sie haben mit ihren Bildern (die teilweise so bekannt sind, dass sie bis heute Ikonen ihrer Zeit sind) den Krieg in Townships ans Licht gebracht und damit einen unschätzbaren Beitrag für die Wandlung Südafrikas geleistet – aber mit sehr hohen persönlichen Kosten. Dabei werden sie Augenzeugen brutalster Gewalt, und auch wenn sie alle für ihre Fotos Preise und Auszeichnungen erhalten, so zerfrisst sie das Gesehene langsam von innen – bis einer von ihnen im Kugelhagel stirbt und ein anderer Suizid begeht. Eindrücklich, bewegend; manchmal waren aber die Beschreibungen der Morde und Massaker doch gar zu bildlich.

The Girl With All The Gifts von M.R. Carey. Ich bin kein Science Fiction Fan, und mit Zombies habe ich seit meinen Tagen als Streunerin im Sternenschweif-Computerspiel nichts mehr zu tun gehabt, aber OMG war das Buch super. Ich bleibe nicht oft nachts auf, weil ich so kribbelig und angespannt bin…und ja, eventuell war es nur so mittelgut, eine leichte Horror/Dystopia-Story allein im Hotel in Las Vegas zu lesen… Erzählt wird die Geschichte von Melanie, einem kleinen Mädchen, das streng bewacht auf einer Militärbasis lebt und zur Schule geht. Sie entwickelt ein sehr enges Verhältnis zu ihrer Lehrerin Miss Justineau, was jedoch zu Problemen führt, denn Melanie ist ein Testobjekt für eine Wissenschaftlerin (Caroline Caldwell), und als die Basis dann von Hungries (sowas wie Zombies) überrannt wird und sie mit dem brutalen Sergeant Parks und Private Gallaghan fliehen müssen, erstreckt sich vor Ihnen ein entvölkertes Südengland. Sehr empfehlenswert!

Moxyland, von Lauren Beukes. Mir ist nicht ganz klar, welches Problem Amazon mit dem Buch hat, aber anscheinend gibt es das nicht (mehr?) als Kindle Edition, und auch die englische Taschenbuchausgabe kostet inzwischen 50 Euro und mehr. Very seltsam. Science fiction Thriller, der in Südafrika spielt; eher ein Jugend- als ein Erwachsenenroman, aber ganz flott zu lesen. Ich hatte in Johannesburg von der gleichen Autorin Zoo City gelesen und war schwer begeistert, und ja, man kann mir immer noch fast alles verkaufen, wenn man „Südafrika!“ drauf schreibt. Hat mich nach Las Vegas begleitet.

The First World War in the Middle East, von Kristian Coates Ulrichsen. Nein, ich habe noch immer nicht genug über den ersten Weltkrieg gelesen, und ausserdem habe ich ja noch bis 2018 Zeit.  Noch stecke ich im Nahen Osten (was meinem ohnehin bestehenden Interesse an türkischer Geschichte und der Region an sich zupasse kommt), in Bälde werde ich nach Norden schwenken und die russische Sicht der Dinge inspizieren. Immerhin kenne ich jetzt die wichtigsten historischen Ereignisse und kann mich somit auf Analyse, Interpretation und Auslegung derselben konzentrieren.

Luhmann leicht gemacht, von Margot Berghaus, eine Einführung in die Systemtheorie. Ich mache gelegentlich Witze über meinen Hang, mich mit komplexen Systemen zu befassen, und dass ich vielleicht im Studium zuviel Luhmann gelesen habe…die Wahrheit ist: Ich habe im Studium nur im allerersten Semester mal etwas über Luhmann gelesen, und auch nur sehr am Rande und mit deutlichem Desinteresse (ja, die Älteren unter Ihnen werden sich erinnern – in grauer Vorzeit hatte ich mal Soziologie im Nebenfach), aber in Hohe Luft war kürzlich ein guter Artikel, der mich reizte, mich näher mit ihm zu beschäftigen. Da Berghaus die Theorie tatsächlich gut auseinanderdröselt und beschreibt, werde ich das wohl noch zu Ende bringen, aber primär in dem Wissen, dass ich Luhmanns Systemtheorie nur wenig abgewinnen kann. Ich interessiere mich für das innere Zusammenspiel in Systemen, nicht so sehr für die Abgrenzung nach aussen. Vielleicht ist das aber auch nur mein Halbwissen bisher, vielleicht kommt das also noch.

You Are What You Speak, von Robert L. Greene, stand schon Ewigkeiten auf meiner Amazon-Wunschliste. Es ist eine augenzwinkernde linguistische Betrachtung der englischen Sprache und ihrer Merkwürdigkeiten. Es liest sich locker und flüssig, ein paar nette Anekdoten und Fakten kommen zusammen, aber nach dem vierten Kapitel hatte ich keine Lust mehr. Dafür ist mir der Anglozentrismus zu ausgeprägt.

The Spirit of Cities, von Daniel Bell und Avner De-Shalit. Ich interessiere mich ja durchaus für Urban Planning und Urbanism, insofern war das Buch irgendwo mal in meine Hände geraten, und in Erwartung eines Sezierens der lokalen städtischen Identitäten von New York, Paris, Jerusalem, Hongkong etc.pp. hatte ich mir das Buch für die Reise nach NYC eingesteckt. Hätte ich mir sparen können, weil es eigentlich nur aus privaten Beobachtungen der beiden Autoren besteht. Nach anderthalb Kapiteln beiseite gelegt, ich habe wichtigeres/besseres zu lesen.

A History of Western Philosophy, von Bertrand Russell. Klassiker der Philosophie. Ich will jetzt nix sagen, aber… öööööde. Und irgendwie nichts neues. Schnell wieder beiseite gelegt.

A Good Man in Africa, von William Boyd. Meh. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Nicht lustig, nicht interessant, nicht spannend. Nach Seite 60 aufgehört.

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