rumsitzen und nichtstun

ich komme mir leicht albern dabei vor, das zuzugeben, weil in meiner welt machen nur hipstermädchen mit ironischer hornbrille sowas, aber…

…ich meditiere regelmässig.

Das hat so Ende 2014 angefangen, zusammen mit einer auch eher überraschenden Begeisterung für Yoga (noch mehr Hipstermädchen).
Faktisch, weil in den Podcasts, die ich so hör(t)e, immer wieder sehr beeindruckende Menschen auftauchten, die darüber berichteten, dass Meditation (mindfulness meditation) ihr Leben sehr zum Positiven verändert hatte. Dass es faktisch ein Weg für sie war, ihren Geist (im Deutschen gibt es kein passenderes Wort für mind) zu fokussieren und zu stärken, dass sie sich besser konzentrieren konnten, ruhiger und geduldiger geworden waren.

Da war ich neugierig und habe es ausprobiert…sanfte Klingeling-Wellness-Musik runtergeladen, mich hingesetzt und geatmet. Und immer wieder zurück zum Atem kommen. Egal, wie oft der Kopf wandert (und er wandert verdammt oft!), zurück zum Atem.

Unglücklicherweise, und obwohl ich gemerkt hatte, dass es mir wirklich gut tat, habe ich dies im Laufe des emotionalen und beruflichen Chaos, das mein Sommer 2015 war, vergessen und nicht ausreichend beibehalten.
Dabei wäre es wahrscheinlich genau dann wichtig gewesen…
Als jetzt die ganze Jobgeschichte zu Ende ging, habe ich wieder angefangen, und mir diesmal eine App runtergeladen, um guided meditation zu machen. Faktisch, weil Tim Ferriss in seinem Podcast zwei Apps empfohlen hatte – Headspace und Calm.

Ich habe beide ausprobiert und bin bei Calm geblieben. Weil ich die App angenehmer fand, weniger albern und verspielt, im Vergleich zu Headspace. Ausserdem hat Headspace so einen sozialen Aspekt dabei – Meditationen mit seinen Freunden teilen und im Forum mit anderen Hippies Klangschalenempfehlungen austauschen.

Und wie Sie dem Unterton dieses Textes entnehmen können, ist mir die ganze Sache immer noch ein bisschen peinlich…ich möchte nicht mit irgendwelchen Esoterik-Weibchen mit wallenden Kleidern in Verbindung gebracht werden, die etwas von Raumenergie schwafeln und voller Liebe für den Kosmos sind. Äh nein, go fuck yourself, ich hasse Menschen immer noch und bin auch noch nicht dazu übergegangen, Bäume zu umarmen und Die Spirituellen zu wählen.

Ich sitz nur manchmal frühmorgens im Schneidersitz rum, hab die Augen zu, und sehe allgemein verdächtig ruhig und friedlich aus.

Jedenfalls, ich benutze Calm seit Dezember 2015, und mache dieses Meditationsdingsi relativ regelmässig – vielleicht schaffe ich mal 30 Tage ohne Unterbruch. Andererseits ist mein default dafür, um 4.40 Uhr aufzustehen, dann ab ca 5 Uhr 20min Yoga zu machen und dann 15-20 Minuten zu meditieren. Und ob ich das weiter durchhalte, wenn ich wieder arbeite, sei mal dahingestellt.

Andererseits tut es mir sehr, sehr gut – Meditation hat in 2 Monaten geschafft, was in 9 Jahren Therapie nie gelungen ist: Ich bin ruhiger, kann mich besser konzentrieren, und weiss, was ich in emotionalen Extremsituationen machen kann: atmen. So bekloppt das klingt.

Atmen.

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