Ich las zu Beginn des Jahres (oder war es gar am Ende des vergangenen?) über eine Angewohnheit des Regisseurs Steven Soderbergh – er führt Buch darüber, welche „Medien“ er konsumiert. In seinem Fall sind dies natürlich viele Filme und Serien.
Da mein innerer Archivar einen Heidenspass am Trend des Quantified Self hat, bei dem man Buch führt über…quasi alles, ist es natürlich keine Frage, dass ich es nun Soderbergh gleich mache.

Ich führe also seit dem 01. Januar eine Liste über alle „Medien“ (im weitesten Sinne), die ich konsumiere. Das sind natürlich viele (!) Bücher (16 im Januar, bisher), und beim Konsum von Artikeln, Zeitungen und Zeitschriften habe ich mir aufgrund der Unmöglichkeit, zu tracken, was ich im Internet lese, zugestanden, nur Papierartikel aus Zeitschriften zu listen. Ergänzt wird diese Liste des Gelesenen um Filme, die ich sah, und Ausstellungen, die ich besuchte.
Und auch wenn es schmerzt, ein relevanter Teil meines Medienkonsums wird unerwähnt bleiben – ich kann meine gehörten Podcasts nicht inkludieren, denn es sind schlicht zu viele. Pro Tag gehen manchmal zehn oder fünfzehn Podcasts durch, oft sogar mehr, und solange meine Podcast-App noch keine Statistiken rausgibt (interessanter Gedanke – tun sie dies wirklich nicht? …Watson, übernehmen Sie!) wird dieser Input ungewürdigt bleiben. Das, obwohl Podcasts inzwischen noch mehr als Bücher oder Artikel Quelle meines Intellekts sind.

Am jeweils letzten des Monats werde ich flott Copy-All aus dem OneNote-Notebook machen, in dem ich das jetzt alles festhalte, und dann kommentarlos hierher kopieren.

Die nächste Eskalationsstufe des Ganzen, die ich mich aber noch nicht traue, ist eigentlich das Festhalten von Gedanken und Anmerkungen zum Konsumierten.
Ich versuche, bewusster zu lesen, weil die Menge, die ich so in einem Jahr durchziehe, schon eine recht grosse ist, und ich vielfach nur noch Bruchstücke des Gelesenen zu erinnere – das ist in gewisser Hinsicht schade.
Das betrifft vor allem Artikel aus Journalen und Zeitschriften, die bei mir nahezu im Rauschen des Buchstabenkonsums untergehen; Konzepte und Ideen, die als Mosaikstein des Intellekts ins grosse Ganzen meines Arbeitsspeichers (bzw meiner Festplatte) eingehen, ohne dass ich in einem Jahr oder einem Monat (oder einer Woche, seien wir doch ehrlich!) noch den Urheber identifizieren könnte.
Unsere Gedanken sind nur der Widerhall aller bereits gedachten Gedanken, und das Glücksgefühl neu gesponnener Verbindungen wird nicht geschmälert, wenn ich nicht mehr weiss, welcher Quelle dies entsprang, denn die Verbindung ist meine. (Oder?)
Trotzdem würde ich gerne mehr von dem erinnern, was ich lese, und neben dem Annotieren und Markieren von Passagen bleibt mir wohl am ehesten, dies hier (oder, abhängig von meinem Mitteilungsbedürfnis, in der OneNote-App) zu notieren, solange ich noch vor dem Scannen und Archivieren zurückschrecke (zu sehr schwingt dabei das abschätzige Internetausdrucker meiner Peer Group mit).

Die einzige andere Idee ist es, alle Ideen und Konzepte thematisch zu sortieren, um eines Tages, wenn die Stunde schlägt, ein Buch zu schreiben. Eines, in dem ich all denen gerecht werde, die ihre glitzernden Mosaiksteine in den gähnenden Schlund meiner Wissbegierde warfen.

 

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