Es gibt in Europa einen Überschuss an blossen Deutschen und blossen Iren; was fehlt, sind Europäer.

Das ist ein Satz aus Alberto Manguels Tagebuch eines Lesers, das ich gerade lese, und wenngleich Manguel dies 2002 schrieb und dabei sogar aus einem Text von 1937 zitiert, klingt das wie die Diagnose der akuten Krankheit.

Aber was macht denn die gemeine Europäerin, den gemeinen Europäer aus? An welchem Selbstverständnis unterscheide ich einen Deutschen und einen in Deutschland geborenen Europäer, und sind das andere Merkmale als eine in Spanien geborene Europäerin und eine Spanierin?
Wie handelt eine Europäerin, ein Europäer?

Ich kenne mich zu wenig (also: gar nicht) mit der Soziologie und der Psychologie des Nationalbewusstseins und des Nationalismus aus, um auch nur den Anfang einer Antwort entwerfen zu können, aber ich halte es für eine berechtigte Überlegung.
Wenn wir Europa und die Idee Europas retten wollen, müssen wir ja schon ein Gegenbild bieten, an dem wir uns orientieren können.

 

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