business class.

Nachdem ich letztes Jahr so viel geschäftlich gereist bin, habe ich gelernt, dass die auf dem Papier billigere Reiseoption vielfach Kosten nach sich zieht, die die Firma zwar nicht in Heller und Pfennig spürt, aber in Zufriedenheit, Performance und Gesundheit ihrer Angestellten.

Insofern scheint mir diese Idee reichlich kurz gedacht:
offering gift card incentives as rewards to employees who make smart travel choices, which help their company save money.
Ich bekomme also einen Gutschein für ein Geschirrset (oder so), wenn ich den billigeren Flug wähle, der mich 12 statt 3 Stunden dauert? Naja, easy, ist halt ein Arbeitstag, der flöten geht, nicht mein Wochenende… und wenn ich dafür 5 Stunden Aufenthalt im Transferbereich des maltesischen Flughafens habe, ohne Internet (also Roaming, um Firmenmails zu lesen und doch ein bisschen zu arbeiten…), dafür mit rückenschädigenden Stühlen, dann ist das doch aushaltbar. Danach bin ich zwar müde, garstig gelaunt und falle zwei Tage wegen Rückenschmerzen aus, aber hey! Geschirrset!

Sparen um jeden Preis…

(Es gab da in meiner alten Firma einen interessanten Fall, der das vielleicht ein bisschen besser verdeutlicht:
Grundsätzlich stand im Mitarbeiterhandbuch, dass Mitarbeiter jeden Grades ab 6 Stunden Flug Business Class fliegen dürften. Es müsse nur von allen (!) Vorgesetzten bis hinauf zum Geschäftsführer genehmigt werden.
Aber wer will schon, dass die Geschäftsleitung den eigenen Namen das erste Mal in Zusammenhang mit einem Flug kennenlernt, der dreimal so teuer ist wie die billigste Klasse? Oder welcher Manager will, dass seine Leute nur in diesem Zusammenhang auftauchen? …also nahm natürlich keiner diese „Business fliegen ab 6 Stunden Flugzeit“ in Anspruch. Es gab auch die – schriftlich festgehaltenen – Vorgaben von Teamleitern, dass man gar nicht erst versuchen solle, Business Class zu beantragen.

Ein Kollege von mir hatte dann eines Tages nach einem 16Std-Flug nach Malaysia einen lila geschwollenen Ellenbogen, der operativ geöffnet werden musste, um Druck abzulassen. Stellte sich raus: Er hatte auf dem Flug neben einem beleibten Herrn gesessen, sodass er sich bei Schlafversuchen zwischen Fenster und dickem Mann den Ellbogen so abgeklemmt hatte, dass seine Gefässe Schaden nahmen und ein hässlicher und schmerzhafter Blutstau entstand.
Woraufhin besagter Kollege eine Woche lang komplett ausfiel – bei $2000 Tagessatz also deutlich mehr Geld, das nicht eingenommen werden konnte, als es die Firma gekostet hätte, ihm einen Businessflug zu bezahlen.
Ich habe ihm damals gesagt, er solle mal einem Anwalt besagte Regel im Mitarbeiterhandbuch vorlegen, sowie die Anweisungen von Vorgesetzten, und fragen, wie viel Schadenersatz er denn da fordern könne…oder dieses Vorhaben nur zufällig mal gegenüber einem vom Legal Team der Firma fallen lassen.
Hat er leider nicht gemacht.

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