Museumsstadt.

Ich war in den letzten Wochen tatsächlich sehr viel im Museum, ohne darüber zu bloggen.

Un-er-hört!

Zum Beispiel zum ersten Mal seit der Eröffnung des Neubaus wieder in der Tate Modern, um Georgia O’Keeffe zu sehen, bzw ihre Werke. 

Ich habe ihre Bilder, eher unbewusst, 2001 wahrgenommen, als ich in Missouri war. Sie ist die Grande Dame des amerikanischen Modernismus, ihre Blumenbilder sind im Mittleren Westen so sehr ein konstanter Referenzpunkt wie Goethe im deutschen Bildungsbürgertum.
Dabei sind die Blumenbilder eigentlich die uninteressantesten, viel schöner (ein Wort, das man auch nur selten im Kontext moderner Kunst benutzt) finde ich die komplett abstrakten Werke und ihre Landschaften in New Mexico.

Die Ausstellung wurde mir leider ein wenig verleidet, weil mich kurz vor Schluss jemand anblaffte, dass Fotos machen nicht erlaubt sei…gleichzeitig hingen aber überall Hinweise auf „Twittern Sie, wie toll Sie die Ausstellung finden!“ Das hat mich genervt, sodass ich weder Lust hatte, mir den Anbau und die erweiterte ständige Ausstellung anzuschauen, noch Geld im Museumsshop auszugeben.
Ein bisschen vorher war ich im White Cube Bermondsey – das könnte eigentlich mein Haus-Museum sein, weil es wirklich fünf Minuten von uns weg ist. Trotzdem war ich noch nie drin, und hätte der Freund mich nicht von Ferne getriezt, sodass ich eine Stunde vor Schliessung doch noch meinen Hintern rausbewegt habe.

Das ist ein Museum, das ganz seinem Namen entspricht – White Cube. Es ist sehr weiss, sehr leer, sehr modern, aber dank einer grossartigen Ausstellung von einem indisch(?)-stämmigen Künstler aus London, in den ich mich umgehend verliebt habe (also, in seine Werke), war das dann nur ein bisschen intimidating. 

(Wer würde sich nicht in wunderschön gemalte, bunte, glänzende Riesenbilder verlieben, die ganz deutlich klassische hinduistische Mythologie referenzieren, sich aber beim näheren Hinsehen als von Zombies und fleischbehangenen Skeletten bevölkert entpuppen?)

Und dann war da noch die Summer Exhibition der Royal Academy of Art, die schon ewig meinem Kalender rumdümpelte.

Als einzige Idee dazu fällt mir der Begriff „Pariser Salon“ ein – dicht gehängt, alle Werke käuflich, erschlagend in der Menge und der Dichte und der Tiefe.

Leider gab es keinen Katalog, in dem jedes Werk mit Foto aufgeführt wurde, und ich war kurz versucht, jedes einzeln zu fotografieren und mir diesen Katalog eben selber zu machen, aber das hätte dann doch zuviel Zeit gekostet.

Dafür weiss ich jetzt aber, dass die Summer Exhibition von jetzt ein Fixpunkt im Kalender ist.

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