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global liberal elite

Ich lese gerade (oder habe letzte Nacht aufgehört zu lesen) „The Retreat of Western Liberalism“ von Edward Luce. Es war in verschiedenen meiner Lieblingspodcasts erwähnt oder besprochen worden, und zuerst schien es eine interessante Theorie darzulegen, eine vernünftige Sicht zu beschreiben.

Bis zum Ende des ersten Kapitels:

Diese Argumentation ist nicht neu, sie geistert seit Brexit und Trumps Wahlsieg durch meine Timeline, und sie macht mich jedes Mal wütend. So wütend, dass ich das Buch letzte Nacht für beendet erklärt habe und jetzt Paul Theroux’s Zugfahrt durch Asien lese.

Ich habe nur wenige feste, grundlegende Überzeugungen, fundamentale „Werte“, wenn man so will: Dass mehr Bildung gut ist, ist eine, und dass mehr Internationalität, Öffnung von Grenzen, und globale Vernetzung richtig sind, ist die andere.

Und trotzdem frage ich mich gerade, ob ich nicht genau jetzt weiterlesen müsste – meine beinahe körperliche Abscheu gegen diese Argumentationsweise überwinden müsste, um zu verstehen, warum Menschen so denken?

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Myanmar oder Neuseeland?

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Geschichtslos.

Ich überlege, im November für zwei oder drei Wochen nach Neuseeland zu fliegen. Von der Geldfrage einmal abgesehen, geistert mir dazu noch etwas anderes im Kopf rum.

Ich lese ja gern Bücher passend zum Reiseziel – The Romanovs und A People’s Tragedy für St. Petersburg, Bride of Amman für Amman, den Argetina Reader für Buenos Aires. Gerade lese ich ein Buch über Brasilien und eines zur Unabhängigkeit Indiens, auch wenn beide Länder für eine Solo-Reise ausgeschlossen sind.

Nur fällt mir für Neuseeland eigentlich kein Buch ein, und nicht einmal ein historischer Aspekt, der mich interessiert. Wahrscheinlich gibt es drölfzig Krimis, die in Auckland oder Wellington spielen, oder Frauenromane, aber das ist eher ein Warnsignal. Andererseits, kann das nicht eigentlich egal sein? Ich muss ja nicht immer alles nach dem gleichen Schema machen, und vielleicht lasse ich dann einfach mal das Einlesen vorab… 

Und wenn ich es umdrehe und überlege, was mich geschichtlich reizt, oder wozu ich interessante Bücher finden könnte? Dann wären es aktuell Singapur und Hongkong, und das ist irgendwie auch nicht geil…zumal ich insbs. Hongkong gerne mit P gemeinsam erleben würde. Weil…ach naja, weil es halt einer der Orte ist, an denen ich mir vorstellen könnte, mit ihm zu leben.

Ausserdem träume ich gerade so sehr von Meer und Strand und Pool und Schwimmen, dass ein weiterer Citytrip nicht passt. (Auch wenn ich natürlich weiss, dass Singapur und Hongkong beide irgendeine Form von Strand haben müssen, weil halt Insel.) Und wenn ich Strand denke, dann bin ich schnell auf den Philippinen (die ich wg Duterte nicht will) oder in der Karibik (die ich ausser Curacao auch nicht reizvoll finde).

Strand reizen mich ansonsten Montenegro und Sardinien, aber das ist im November scheisse.

Und natürlich weiss ich, wie absurd es ist, Urlaub nehmen zu müssen, sich Urlaub leisten zu können, und primär rumzujammern, weil ich mich nicht entscheiden kann, an welchen Luxusort ich will.

(Fotos alle London, heute.)

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wolfram

manchmal schreie ich sogar meinen liebsten podcast (twitter.com/partiallyd) an, „how is that news to you?!“

ich bin nicht auf dem neuesten stand, in nichts, echt nicht, aber manchmal frage ich mich, ob es nicht doch geholfen hat, etwas anderes zu studieren als ich jetzt mache, weil ich über debatten informiert bin, die in anderen feldern und wissenschaften gefühlt millionen milliarden jahre (naja, wenigstens fünf oder so) als sind.

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spinster.

Zwei Jahre und zwei Monate, davon 17  zusammenlebend.

Ich lese gerade ein Buch namens Spinster, über allein lebende Frauen (ein bisschen komplizierter, aber das ist die Kurzform). Ich hatte es mir auf dem Weg zum Flieger nach Amman runtergeladen, und dann aber einen Monat im Kindle versauern lassen – weil mich die Russische Revolution mehr lockte, unter anderem, aber auch, weil ich fürchtete, dass mich eine Verherrlichung des Singledaseins an etwas erinnern könnte, was ich einst so geschätzt habe.

Aber – zu meiner eigenen Beruhigung, aber auch meinem eigenen Erstaunen – dem ist nicht so. Und zwar nicht nur, weil ich gerade allein bin, weil P zur Abwechslung durch irischen Schlamm kriecht und es somit nicht akut ist, dass ich das Alleinsein vermissen könnte, sondern weil das Zusammenleben eine ebenso grossartige Welt ist. Natürlich hilft es, dass wir uns oft genug nicht sehen, weil einer von uns beiden auf Reisen ist, aber die gemeinsame Zeit ist schön.

Es ist nicht, dass es besser ist als Alleinleben, sondern dass es genauso erfüllend ist.

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London has fallen?

Der Artikel in der NY Times macht mich ein bisschen traurig, weil ich all das an London grossartig finde, warum die Brexiteers London und uns Immigranten hassen.

Für einen kurzen Moment überlege ich, ob es sich lohnt, dafür zu kämpfen, was London ist, aber dann ist es doch nur ein Punkt mehr auf der Liste „Singapore in zwei Jahren“. Oder woanders hin. Jedenfalls weg hier. Weg von Orten, an denen Bildung, Internationalität und Toleranz verabscheut werden.

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