unüberbrückbare Differenzen

Nein, nicht der Freund und ich. Auch nicht Angelina und Brad.

Sondern die deutsche Gesellschaft und ihr extremer (rechter) Rand.

die kulturelle Entfremdung eines Teils der Bevölkerung, der sich zunehmend aggressiv gesellschaftlichen Realitäten und Veränderungen verschließt, sich sozusagen selbst desintegriert und autoritären antipluralistischen Konzepten zuwendet; die wachsende Polarisierung der Gesellschaft, in der die beiden Teile einander nichts mehr zu sagen haben.

Das aus einem Kommentar von Ralf Melzer bei Spiegel Online, das klug formuliert, was mir Angst macht: dass es zu unüberbrückbaren Differenzen kommt, dass es wirklich keinen Weg gibt, den Teil der Bevölkerung (der deutschen, aber auch all der anderen westlichen) wieder an Bord zu holen.

Das Erstarken des Rechtspopulismus und die voranschreitende Entrationalisierung politischer Meinungsbildung bedingen einander. Ignoranz und Inkompetenz werden zu Erfolgsmerkmalen

Leider gibt auch Melzer keine Antwort darauf, was wir tun können (tun müssen!), um dagegen anzukommen. Zuhören und ernstnehmen? Oder sind diese Leute schon beyond all means?

Viele in der rechtspopulistischen „Wir-sind-das-Volk“-Anhängerschaft sind für Argumente und demokratische Prozesse nicht mehr erreichbar. Unzufriedenheit und das Gefühl kollektiver Bedrohung sind in Hass umgeschlagen. Dazu trägt bei, dass kaum noch große gemeinsame Plattformen für öffentliche Debatten und politische Meinungsbildung existieren. 

Aber genau das ist der Punkt – wir dürfen diese Trennung nicht zulassen. Oder bin ich nur das weinende Kind, das Mami und Papi nicht auseinander gehen sehen will? 

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…und manchmal will ich einfach nur das tun, was die Nazis wollen: „abhauen„. Sie ihrem Schicksal überlassen. Mauer drum, Geldhahn zudrehen, und sie am  eigenen Leib erfahren lassen, wie beschissen so ein Leben ohne die EU, Angela Merkel, die dt. Regierung, die Flüchtlinge, die Linken, „die da oben“ ist.

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was ich diesen urlaub gelernt habe

– Menschen werden zu Hotelurlaubern, wenn sie viel arbeiten und es zum Luxus schlechthin wird, mal ein paar Tage auszuschlafen und nichts zu tun…


– ich sollte, wenn irgendwie möglich, jeden zukünftigen Urlaub so planen, dass zwischen „letzter Arbeitstag“ und „Abflug“ und „Ankunft“ und „erster Arbeitstag“ ein Tag Pause ist. Es stresst mich fundamental, wenn ich vom Schreibtisch direkt ins Flugzeug fallen muss. Das funktioniert für Businesstrips, aber nicht für Urlaub. Ein weiterer Grund, warum „Wochenendurlaube“ immer stressig sein werden. 

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Dinge, die einem auch keiner sagt…

…wenn man Consultant wird:

– dass man ein Vermögen für Kontaktlinsen raushaut, weil man die Monatslinsen nach zwei Wochen wegschmeissen kann, weil man ständig in klimatisierten Büros sitzt, die alle Schleimhäute austrocknen

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Camden und so.

Ausserdem war meine Mutter hier, als erste Besucherin, seit wir nach London gezogen sind.

Wir waren ein bisschen in Westminster unterwegs, weil Big Ben und Houses of Parliament und Buckingham Palace ja doch irgendwie müssen, aber viel interessanter fand ich eigentlich Camden, weil ich dort bisher nur einmal abends zu einem Dinner war, aber wusste, dass Camden Markets als „Fixstern“ im Londoner Touristenrummel gilt.

Also Camden Markets – früh, um den wochenendlichen hunderttausenden Besuchern zu entgehen.

Insgesamt ist es ungefähr so authentisch und „toll“ wie der Grosse Bazaar in Istanbul, aber naja, immerhin weiss ich das jetzt. Und eine Kollegin erwähnte kürzlich, dass der „richtige“ Weg, Camden Markets zu besuchen, so aussieht, dass man am Nachmittag irgendwann dort die Foodstalls durchstreift, Essen kauft, und dann auf den nahegelegenen Primrose Hill stiefelt, um dort Essen und Aussicht zu geniessen. Das dann also beim nächsten Mal.

(Beim nächsten Mal weiss ich dann auch, dass am Summer Bank Holiday Weekend traditionell der Notting Hill Carnival ist, der jedes Jahr 2 Mio Besucher anzieht – das ruinierte nämlich meinen Plan, nach Kensington zu fahren. Ich habe jeden Morgen fucking 2 Mio Menschen in der Tube, ich brauche das nun wahrlich nicht noch am Wochenende, wenn die alle laut und betrunken sind.)

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Museumsstadt.

Ich war in den letzten Wochen tatsächlich sehr viel im Museum, ohne darüber zu bloggen.

Un-er-hört!

Zum Beispiel zum ersten Mal seit der Eröffnung des Neubaus wieder in der Tate Modern, um Georgia O’Keeffe zu sehen, bzw ihre Werke. 

Ich habe ihre Bilder, eher unbewusst, 2001 wahrgenommen, als ich in Missouri war. Sie ist die Grande Dame des amerikanischen Modernismus, ihre Blumenbilder sind im Mittleren Westen so sehr ein konstanter Referenzpunkt wie Goethe im deutschen Bildungsbürgertum.
Dabei sind die Blumenbilder eigentlich die uninteressantesten, viel schöner (ein Wort, das man auch nur selten im Kontext moderner Kunst benutzt) finde ich die komplett abstrakten Werke und ihre Landschaften in New Mexico.

Die Ausstellung wurde mir leider ein wenig verleidet, weil mich kurz vor Schluss jemand anblaffte, dass Fotos machen nicht erlaubt sei…gleichzeitig hingen aber überall Hinweise auf „Twittern Sie, wie toll Sie die Ausstellung finden!“ Das hat mich genervt, sodass ich weder Lust hatte, mir den Anbau und die erweiterte ständige Ausstellung anzuschauen, noch Geld im Museumsshop auszugeben.
Ein bisschen vorher war ich im White Cube Bermondsey – das könnte eigentlich mein Haus-Museum sein, weil es wirklich fünf Minuten von uns weg ist. Trotzdem war ich noch nie drin, und hätte der Freund mich nicht von Ferne getriezt, sodass ich eine Stunde vor Schliessung doch noch meinen Hintern rausbewegt habe.

Das ist ein Museum, das ganz seinem Namen entspricht – White Cube. Es ist sehr weiss, sehr leer, sehr modern, aber dank einer grossartigen Ausstellung von einem indisch(?)-stämmigen Künstler aus London, in den ich mich umgehend verliebt habe (also, in seine Werke), war das dann nur ein bisschen intimidating. 

(Wer würde sich nicht in wunderschön gemalte, bunte, glänzende Riesenbilder verlieben, die ganz deutlich klassische hinduistische Mythologie referenzieren, sich aber beim näheren Hinsehen als von Zombies und fleischbehangenen Skeletten bevölkert entpuppen?)

Und dann war da noch die Summer Exhibition der Royal Academy of Art, die schon ewig meinem Kalender rumdümpelte.

Als einzige Idee dazu fällt mir der Begriff „Pariser Salon“ ein – dicht gehängt, alle Werke käuflich, erschlagend in der Menge und der Dichte und der Tiefe.

Leider gab es keinen Katalog, in dem jedes Werk mit Foto aufgeführt wurde, und ich war kurz versucht, jedes einzeln zu fotografieren und mir diesen Katalog eben selber zu machen, aber das hätte dann doch zuviel Zeit gekostet.

Dafür weiss ich jetzt aber, dass die Summer Exhibition von jetzt ein Fixpunkt im Kalender ist.

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Canary Wharf.

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